Genderidentitäten (häufig auch Geschlechtsidentität) bezeichnet, mit welchem oder welchen Geschlecht_ern sich ein Mensch selbst identifiziert. Die Genderidentität ist nicht von außen sichtbar und hat nichts mit Körperteilen oder bestimmten Verhaltensweisen zu tun.

 

Agender

Personen ohne Genderidentität oder Personen, die ihre Genderidentität als „neutral“ beschreiben.

 

Androgyn

Androgyne Personen empfinden sich nicht als männlich* oder weiblich*, sondern als Mischung oder Kombination daraus. Androgynität ist nicht zwangsläufig eine Genderidentität, sondern kann sich auch nur auf Kleidung, Aussehen, Verhalten etc. beziehen.

 

„Biologisches” Geschlecht (engl.: sex)

„Biologisches” Geschlecht meint in Abgrenzung zu Gender, dem sozialen Geschlecht, körperliche Merkmale, die darauf hinweisen, ob ein Mensch Mann oder Frau ist – meistens werden in der Verwendung des Wortes keine weiteren Geschlechter mitgedacht. Neueste biologische und genetische Forschungen hinterfragen jedoch die Existenz zweier biologischer Geschlechter, indem sie die große Vielfalt von Geschlechtsorganen aufzeigen. Demgemäß sprechen wir in dieser Broschüre auch synonym von Geschlecht und Gender als subjektive Geschlechts- bzw. Genderidentität.

 

cis-Gender

bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Cis-Gender (auch: cisgeschlechtlich) zu sein, entspricht in einer heteronormativen Gesellschaft also der Norm.

Cis- und Begriffe wie cis-Gender, wurden von der Trans*Bewegung eingeführt, um auch Begriffe zu haben, welche die Norm selbst sichtbar machen.

 

cis-Frauen und cis-Männer

Frauen bzw. Männer, deren bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht mit der gelebten Geschlechtsidentität übereinstimmt. Während also Frauen* alle Personen meint, die sich selbst als Frauen identifizieren – unabhängig von ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht – meint cis-Frauen nur Frauen, die auch bei der Geburt als weiblich eingeordnet wurden.

 

FLTI* (auch: FLIT*)

Frauen, Lesben, Trans*- und Inter*-Menschen, Sammelbegriff für Personen mit Sexismuserfahrung.

 

Gender                                                                                            

bezeichnet die subjektive Genderidentität einer Person, also ob und wie sehr sie sich männlich*, weiblich* oder als etwas anderes sieht, sowie die gesellschaftlichen Zuschreibungen und Erwartungen, die an den als männlich* oder weiblich* gelesenen/wahrgenommen Körper gestellt werden. Merkmale und Körper werden erst in der Gesellschaft gelesen und erhalten damit eine Bedeutung. Diese Bedeutungen variieren historisch und kulturell. In dieser Broschüre werden Gender und Geschlecht synonym verwendet. (siehe „Biologisches” Geschlecht)

 

Genderfluid

Bei genderfluiden Personen wechselt die soziale Genderidentität. Wie, ob und wann sie wechselt, ist dabei ganz verschieden: Bei manchen Personen hängt es vom Gegenüber ab oder vom Umfeld, in dem sie sich gerade befinden. Bei anderen wechselt es einfach immer nach einer Weile wieder oder auch mal ganz plötzlich. Zwischen welchen Genderidentitäten es wechselt, ist ebenfalls individuell verschieden. Manche genderfluiden Personen wechseln zwischen männlich* und weiblich*, andere zum Beispiel zwischen weiblich* und androgyn, wieder andere zwischen agender und männlich*, und so weiter.

 

Genderqueer

Personen, die sich als genderqueer bezeichnen, können sich als Frau* und/oder Mann* (gleichzeitig oder abwechselnd) oder weder als Frau* noch als Mann* identifizieren. Die Abgrenzung zum Begriff „genderfluid” ist nicht immer eindeutig

 

Geschlecht

Häufig wird Geschlecht als „sex“ von Gender unterschieden, um ein „biologisches“ Geschlecht zu beschreiben. Da es aber auch biologisch nicht nur zwei Geschlechter gibt, verwenden wir Geschlecht und Gender synonym und bezeichnen damit immer die subjektive Genderidentität einer Person. (siehe “Biologisches” Geschlecht, Gender)

 

LGBT*IAQ/LGBPT*IAQ

Abkürzung aus dem Englischen: Lesbian Gay Bisexual (Pansexual) Trans* Inter* Asexual Queer/Questioning. Manchmal auch nur LGBT* bzw im Deutschen LSBT* (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans*). Die Abkürzung ist ein Ausdruck der Allianzen/Unterstützung zwischen unterschiedlichen nicht-heteronormativen Gruppen und Menschen. Welche Gruppen in der Abkürzung aufscheinen ist Ausdruck sich verschiebender Bündnisse, Bewegungen und Auseinandersetzungen innerhalb der Communities. Diese Abkürzung beinhaltet also sowohl sexuelle Orientierungen als auch Genderidentitäten.

 

Inter*

Menschen, deren Genitalien, Hormonproduktion oder Chromosomen nicht der medizinischen Norm von ‚eindeutig‘ “männlichen” oder “weiblichen“ Körpern zugeordnet werden können. Häufig werden Inter*-Personen auch als Inter*sexuelle bezeichnet. Doch Inter* hat nichts mit dem sexuellen Begehren einer Person zu tun, also ob eine Person schwul, bi, lesbisch, asexuell, pansexuell oder hetero ist, und wird deshalb von vielen Inter*Personen abgelehnt.

 

Trans*identität

Der Begriff Trans*identität wurde als Alternative zur medizinischen Diagnose „Transsexualität“ geprägt, um zu verdeutlichen, dass es für Transidente nicht in erster Linie um Themen der Sexualität geht, sondern um die Frage der Identität. Dies ist wichtig zu unterscheiden, weil eine Trans*Person genau wie eine cis-Person hetero-, homo-, bi-. pan-, multi-, asexuell usw. sein kann.

Außerdem wird der Begriff „Transsexualität” von vielen Trans*Personen abgelehnt, weil er aus dem psychiatrisch/medizinischen Bereich kommt und dort Trans*identität immer noch als psychische Störung beschrieben wird.

 

Trans*(gender)

Der Begriff Trans* schließt alle Menschen ein, die eine andere Genderidentität besitzen und ausleben oder darstellen als jenes Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das Sternchen ist ein Versuch, sämtliche Identitätsformen und Lebensweisen von Trans* zu berücksichtigen.

 

Queer

Als queer bezeichnen sich Personen, die sich nicht auf einen der heteronormativen Stereotype („der Mann” oder „die Frau”) festlegen können und/oder wollen und/oder ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Genderidentität als „quer“ zur vorherrschenden Norm der Heterosexualität beschreiben und/oder die eine heteronormative Regulierung von Gender und Begehren kritisieren.

Der Begriff wird nicht nur als Selbstbezeichnung von Menschen verwendet, sondern bezeichnet auch ein Bündel wissenschaftlicher Theorien und politische Bewegungen und Gruppen. Queer entzieht sich einer eindeutigen Definition und will ein bewegliches, uneindeutiges Konzept bleiben.

 

Questioning

Personen, die ihre eigene Identität, sexuelle Orientierung und Begehren entdecken, erkunden und hinterfragen.