Schwärmerisch, unrealistisch, idealistisch, phantastisch – sucht man_frau nach deutschen Übersetzungen des Wortes quixotic findet man_frau einige Adjektive, die ganz gut selbstironisch das aussagen, was wir vielleicht sind: ein Verein, der sich in einer rassistischen, (hetero)sexistischen und klassistischen und noch nach vielen weiteren Machtverhältnissen ausrichtenden Gesellschaft zum Ziel gemacht hat, in eben solche Machtverhältnisse und –strukturen mittels Bildungsarbeit zu intervenieren, zu sensibilisieren und die herrschenden Strukturen letztendlich zu verändern.

Ein Kampf gegen Windmühlen möge manche_r sagen.

Dieses Kämpfen gegen Windmühlen steckt vor Allem im englischen Wort quixotic, denn es steht in direkter Verbindung zu Don Quijote, schaut man_frau auf die Etymologie des Wortes, wie sie zum Beispiel im wictionary steht:

“The surname of Don Quixote, the titular character in the novel by Miguel Cervantes, +‎ -ic.” (https://en.wiktionary.org/wiki/quixotic).

Don Quijote, die Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Miguel Cervantes, der sich, geleitet von der Faszination für Ritterromane, dazu entscheidet, selbst in die Welt zu ziehen, um gegen Ungeheuer, Windmühlen (die er für Riesen hält) und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Interpretationen des Romans stellen vor Allem die Vermischung von Realität und Illusion in den Mittelpunkt, aber auch Kritik am spanischen Imperialismus.

Nach einem monatelangen Namen-brainstorming für unseren Verein, gefiel uns die selbstironische und irgendwie auf uns passende Beschreibung des Wortes quixotic – und entschieden uns (zu) schnell. Der Name für unseren Verein stand fest.

Als weiß positionierte Vereinsgründer_innen, die wahrscheinlich zu sehr in ihrer weißen Wolke herumschwirrten, machten wir uns zu wenige Gedanken um den Klang und die Aussprache des Wortes. Und das obwohl wir doch davon ausgehen mussten, dass nicht alle dieses Wort kennen und demnach eher ihren Assoziationen folgen müssen um sich die Bedeutung zu erschließen. Wir kannten die Bedeutung schließlich auch nicht bevor uns eine „find-your-queer-robot-name“ – Maschine im Internet diesen Namen vorschlug…

Assoziationskette quixotic: Exotic. Quick. Quicki. Welche Bilder in unseren Köpfen hier entstehen, wollen wir nicht weiter ausführen. Es sind rassistische Bilder. Sexistische Bilder. Intersektionalität herein spaziert!

Kann das wirklich sein? Ein Verein, der sich machtkritisch positioniert, nennt sich quixotic? Schon komisch.

Sprache schafft Wirklichkeiten und transportiert Emotionen, Wahrnehmungen und Gedanken. Sprache hat eine unglaubliche (Wirk-)Macht und kann Rassismen und andere Diskriminierungsverhältnisse (re)produzieren. Viele diskriminierende Wörter und Begriffe werden wie selbstverständlich ausgesprochen und gebraucht, meist von einer weißen Mehrheitsgesellschaft. So ist es auch uns passiert. Auch wenn quixotic laut Etymologie kein rassistisches_sexistisches Wort ist, so ist es im deutschen Sprachgebrauch ein ungewohntes und unbekanntes Wort, das vor Allem durch Assoziationen definiert wird und so rassistisch_sexistisch verstanden werden kann.

Dagegen wollen wir uns stellen. Mit unseren Privilegien und systemischer Macht ausgestattet, ist es unsere Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und den Blick für rassistisch_sexistisch geprägte Sprache zu schärfen und zu intervenieren.

Aus diesem Grund nennen wir uns ab jetzt nur noch quix – mit Verweis auf die Ableitung und die Bedeutung des Wortes quixotic.

 

Wir entschuldigen uns bei allen, die sich durch die ehemalige Bezeichnung unseres Vereins verletzt und irritiert gefühlt haben und/oder verärgert waren.

Wir bedanken uns bei allen, die uns ehrliche Rückmeldungen zu unserem Namen gegeben haben und den Prozess der Auseinandersetzung mit dem Begriff in den Gang gesetzt haben!

 

 

 

 

 

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